Laufbericht vom Rennsteig-Halbmarathon

28. September 2010 von John Meinhardt (Kommentare: 0)

Mein erster Rennsteiglauf

Sven Meinhardt beim Rennsteig-Halbmarathon 2010

In diesem Jahr, also 2010 habe ich mir einginge läuferische Ziele Gesteckt. Dazu gehört der Rennsteiglauf. Hier meldete ich mich bereits frühzeitig, im Dezember 2009 zum Marathon an. Ich dachte mir, wenn, dann richtig. Ich trainierte eifrig, allein im April legte ich über 150 km zurück – nahm auch beim Kyffhäuser-Berglauf teil. Doch je nähre der Termin des 38. Rennsteiglaufs (8. Mai) rückte, um so klarer wurde mir, dass ich noch lange nicht bereit bin für den Marathon. Zudem stand die Vorbereitung der 31. Finnelauf auf dem Zeitplan, wo ich über eine Woche keinen einzigen Laufkilometer absolvieren kann (konnte). Ich entschied mich kurzer Hand für die Ummeldung auf den Rennsteig-Halbmarathon. Mit einer kurzen Email an das Rennsteiglauf-Orgteam ging das auch recht flott.


Am Samstag, des 8. Mai war es dann soweit. Wir, das heißt Matthias Klug, Marino Gradias und mein Mitstreiter Dirk Brünner machten uns 4.00 Uhr auf den Weg, in Richtung Oberhof – nicht gerade die beste Zeit um zu einer Laufveranstaltung zu fahren. Im vernebelten Oberhof angekommen, machten sich Matthias und Marino gleich auf den Weg nach Neuhaus zum Zielort, um den Werbestand für den Finne-Tunnellauf aufzubauen.

Dirk und ich bereiteten uns auf den Lauf vor. Das heißt, Startunterlagen abholen, Laufklamotten anziehen und Taschenabgabe. Überwältigt von den Eindrücken, denn Oberhof glich einem Läufermeer, machten wir uns fit auf den bevorstehenden Halbmarathon. Das heißt, verrichten der letzten Notdurft und den Körper in Schwung bringen. Gegen 7.15 Uhr Uhr bewegten wir uns in Richtung Start und reihten uns im Block 2 ein. Der Blick nach hinten, offenbarte mir die ganze Läuferschar. Wie ein Fluss bahnte sich das Starterfeld aufgeteilt in vier weitere Startblöcke durch Oberhof.

Bei gerade mal fünf Grad über Null und diesig-, nebligem Wetter versuchte ich mich mit leichtem auf der Stelle-Hüpfen warm zu halten. Indes hielt der Startmoderator die Läufermenge mit Stimmungsmusik bei Laune. Mich konnte er damit nicht begeistern, Hüpfen und Arme ausstrecken auf Kommando und das noch bei Schlagermusik, das ist zuviel des Guten.

Pünktlich um 7.30 Uhr ertönte der Startschuss - der erste Block setzte sich langsam in Bewegung, kurz danach kam auch das Startsignal für unseren, den zweiten Startblock. Langsam setzten sich auch die vor uns stehenden Mitstreiter in Bewegung.

Nach zwei Kilometern erreichten wir die Waldwege der Halbmarathon-Strecke. Die ersten vier Kilometer ging es dicht gedrängtin mäßigen Tempo über die holprige Waldwege. Ein Überholen war nur am Wegessrand möglich. Hier musste man jedoch auf Baumwurzeln und Löcher aufpassen.

Nach sieben Kilometern lichtete sich langsam das Feld, ich konnte allmählich das Tempo erhöhen. Jetzt traf ich unterwegs viele bekannte Gesichter von Laufvereinen des Burgenlandes, wie der SFG Nellschütz oder der LG Rudelsburg. Ab Kilomter zehn fing meine Blase an, Probleme zu bereiten, so etwas hat ich noch nie und dann ausgerechnet noch beim Rennsteiglauf. Da sich meine Gedanken nur noch auf meine Blase richteten beschloss ich bei der sich nächstbietenden Gelegenheit meiner Qualen zu entledigen. Bei Kilometer elf verließ ich dann mal kurz die Strecke. Mein einziger Gedanke dabei war – welch herber Zeitverlust (ca 2 min).

Nach der körperlichen Erleichterung konnte ich mein Tempo weiter erhöhen und noch eienmal die Läufer zu überholen, die ich eigentlich schon hinter mir gelassen hatte. Ich ließ mit einer Geschwindigkeit von 4 – 4,5 min/km, natürlich nicht an den noch folgenden leiten Anstiegen. Mehr und mehr Läufer ließ ich hinter mir, doch die Teilnehmerschar schien unendlich zu sein. Jetzt machte mir der Rennsteiglauf so richtig Spaß. Ich genoss den Ausblick auf nebelgefüllte Täler freute mich über die begeisterten Zuschauer am Wegesrand.

Das Ziel rückte immer näher meine Kraft schien noch lange nicht aufgebraucht – was Adrenalin im Körper alles bewirken kann. Zwei Kilometer vor dem Ziel lief ich sogar Geschwindigkeiten unter 4 min/km. Dann auf den letzten 1000 Metern wurde die Zuschauermenge immer größer, die Worte des Ziel-Sprechers wurden im deutlicher und lauter. Als ich auf die Zielgerade einbog übertönten sich Erleichterung und Begeisterung zugleich. Vom Beifall der Zuschauermenge ließ ich mich dann Richtung Ziel tragen. Kurz vor dem Überqueren der weißen Linie traf ich noch Heinrich Munter und lief mit Ihm gemeinsam durch das schönste Ziel der Welt. Im nächsten Jahr werde ich mir den Marathon vorknöpfen.

Einen Kommentar schreiben